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Abschied nehmen von den Toten

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Bestattungsplanung

Wenn ein Familienmitglied stirbt, sind die Angehörigen oft in einer Ausnahmesituation. Auch dann, wenn sie auf diesen Todesfall vorbereitet waren. Aber trotz dieses Ausnahmezustands wurden Beerdigungen in früheren Jahrzehnten häufig geselliger gefeiert als in der Gegenwart.

Wenn man die Todesanzeigen in der Zeitung liest, entdeckt man einen relativ neuen Trend: Die Hinterbliebenen gehen häufig in Distanz zu Menschen, die den verstorbenen Menschen ebenfalls gekannt haben und mir ihm ihre eigenen Erinnerungen verbinden. Das signalisieren gewisse Formeln. Eine lautet „Von Beileidsbezeugungen am Grab bitten wir Abstand zu nehmen“. Eine andere: „Die Bestattung fand im engsten Familienkreis statt“.

Bestattungsplanung

Während man trauert, läuft der Alltag weiter

Es gibt sicher viele Gründe, warum Hinterbliebene sich für diese verschlossenen Bestattungsriten entscheiden. Ein wesentlicher ist die emotionale Betroffenheit. Wenn liebe Menschen sterben – die Eltern, die Geschwister oder gar eigene Kinder – schreckt man vor der Vorstellung zurück, mit einer kondolierenden Trauergemeinde konfrontiert zu sein, während man um Fassung ringt. Zudem will eine große Beerdigung erst einmal organisiert ein. Das verlangt Zeit und nüchterne Entscheidungen, während trotz der eigenen Trauer auch der normale Alltag weiterlaufen muss. Leicht nachvollziehbar ist auch, wenn man sich beim Tod eines sehr betagten Menschen, der vielleicht schon vereinsamt war, für eine Bestattung im sehr kleinen Rahmen entscheidet: Wer sollte kommen, wenn alle Freunde den letzten Weg schon gegangen sind?

Ohne Bestattungsriten kein Abschiednehmen

Aber einmal umgekehrt gefragt: Was spricht eigentlich für die Beerdigung im großen Kreis – in Anwesenheit der Familie, aber auch von Freunden und Bekannten? Vielleicht, dass der Abschied von einem Menschen unmöglich wird, wenn sich das Leben, in das er eingewoben war, nicht mehr um ihn herum versammeln kann.

Es sind ja eigentlich die Weiterlebenden, die eine angemessene Zeremonie des Abschieds brauchen. Fehlt sie, weil man ausgeschlossen wird, kann es Einzelnen gehen wie einer Bekannten von mir. Sie kann auch nach Jahren nicht recht glauben, dass ein allseits beliebter Mensch, den auch sie sehr schätzte, wirklich tot sein soll – weil es damals ja kein Begräbnis gegeben habe, an dem sie teilnehmen konnte.

Auf Beerdigungen versammeln sich Erinnerungsschätze

Gerade wenn Menschen sterben, die bis zuletzt recht aktiv und vernetzt waren, ist ein offenes Begräbnis wichtig. Es macht auch für die Hinterbliebenen Sinn, einen Verstorbenen, der voll im Leben stand, nicht im engsten Kreis zu bestatten. Denn wenn es stimmt, das ein Verstorbener in der Erinnerung weiterlebt, sollten Hinterbliebene aus so vielen Erinnerungsquellen wie möglich schöpfen.

Der Leichenschmaus: Ein Marktplatz der Geschichten

Angenommen, der Vater ist gestorben: Allein schon was seine ehemaligen Arbeitskollegen von ihm zu erzählen haben, wird das Bild bereichern, das seine Kinder von ihm haben. Zwar kannten sie ihren Vater gut – aber nur aus ihrem eigenen Blickwinkel. Der traditionelle Leichenschmaus in großer Runde hatte – und hat – gerade darin seinen Sinn: ein Marktplatz der Geschichten zu sein. Hier besteht die Möglichkeit, so viel Neues über einen geliebten Menschen zu erfahren, wie vielleicht nie zuvor. Dass das in Abwesenheit der Hauptperson stattfinden muss, um die sich alles dreht, ist von eigener Ironie. Aber es ist auch ein Geschenk; und ein Grund, sich nicht vorschnell für eine Bestattungsform im sehr kleinen Kreis zu entscheiden.

Die Kulturtipps der Woche

Im Dornier-Museum findet am Donnerstag, 25. Januar, 19 Uhr, ein Vortrag über aktuelle Entwicklungen auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz statt. Es refererieren Maximilian Kinz (Fraunhofer IAO) und Stefan Kornelius (Süddeutsche Zeitung). Beim Donnerstagsjazz von Jazzport spielt um 20 Uhr im Theater Atrium das HS French Connection Jazz-Quintett. Auf Einladung des Zeppelin-Museums liest Ijoma Mangold am Freitag, 26. Januar, um 19.15 Uhr im Kiesel aus seinem Buch „Die orange Pille. Warum Bitcoin mehr als nur ein neues Geld ist“.

 

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