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Auch im Ruhestand bleibt Dekan Schötz der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg verbunden | Sonntagsblatt

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Bestattungsplanung

Nach mehr als 40 Jahren im Dienst der bayerischen Landeskirche, davon 20 Jahre als Dekan in Sulzbach-Rosenberg, geht Karlhermann Schötz (66) Ende Januar in den Ruhestand. Er spielte eine tragende Rolle in der Erinnerungskultur des ehemaligen Konzentrationslagers Flossenbürg. Sein Engagement begann mit dem Antritt seiner Pfarrstelle in Flossenbürg im Jahr 1985 und endete auch nicht, als er 2003 Dekan in Sulzbach-Rosenberg wurde.

Schötz nahm die Erinnerungsarbeit in den Blick, als die staatliche Gedenkstätte nur ein parkähnlicher Friedhof war und es außer zwei Gärtnern dort niemanden gab. Das evangelische Pfarramt in Flossenbürg machte er zu einer Anlaufstelle für das Gedenken an die NS-Opfer.

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Schwieriges Erbe der Nazizeit

Bis 1995 bestand im Ort Flossenbürg kaum ein Bewusstsein für die Gräueltaten, die hier verübt wurden. Mehr als 30.000 Menschen überlebten das Konzentrationslager Flossenbürg und seine Außenstellen nicht. Längst nicht alle im Ort nahmen das schwierige Erbe der Nazizeit an. Erst beim 50. Jahrestags der Befreiung des KZs im April 1995 trat dies bei der ersten Gedenkfeier offen zutage: Zahlreiche ehemalige Gefangene kamen mit ihren Verwandten aus Israel, New York oder Warschau – und reagierten entsetzt darüber, wie das Dorf mit seinen Häusern in das Lagergelände hineingewachsen war.

Schötz habe sich für eine Professionalisierung der Gedenkstättenarbeit und eine würdige Erinnerungskultur eingesetzt, „nicht nur qua seines Amtes, sondern auch als Person“, würdigt Gedenkstättenleiter Jörg Skriebeleit sein Engagement. Schötz habe die Konzipierung und Institutionalisierung mitentwickelt und „politisch klug und notwendig nachdrücklich“ agiert. „Ich habe viel von ihm gelernt“, sagt Skriebeleit, der 1996 nach Flossenbürg kam und 1999 Gedenkstättenleiter wurde. Schötz sei es letztlich zu verdanken, dass „keine große, isolierte Erinnerungsinstitution“ entstanden sei, wie andernorts. Er habe nie vergessen, „den Ort und seine Bewohner mitzunehmen und teilhaben zu lassen“.

Erbe der Zeitzeugen verpflichtet

Über Jahrzehnte gingen die Überlebenden und ehemaligen Gefangene, die zu den jährlichen Gedenkfeiern kamen, im Haus des Dekans ein und aus, ihre Lebensgeschichten sind ihm vertraute Geschichte. Es entstanden persönliche Beziehung und Freundschaften.

„Deren Erbe weiterzutragen, ein Zeuge der Zeitzeugen zu sein, dem fühle ich mich verpflichtet.“

Bis heute ist er Vorsitzender des Fördervereins für die KZ-Gedenkstätte und wolle dies auch bleiben.

Mit 20 Jahren und drei Monaten geht Schötz als Dienst ältester Dekan im Kirchenkreis Regensburg in den Ruhestand – und er wird der letzte Dekan in einem eigenständigen Dekanatsbezirks Sulzbach-Rosenberg sein. Im Juli dieses Jahres werden die drei großen Flächendekanate Cham, Sulzbach-Rosenberg und Weiden zusammengelegt. Für die Neustrukturierung ebnete er den Weg. Teile von Cham gehörten auch in der Vergangenheit schon zu Sulzbach-Rosenberg. Mit Weiden besteht seit Jahren eine Zusammenarbeit. „Das passt“, gab er seine Erfahrung an die entscheidenden Gremien weiter – und diese bauten auf sein Votum. Damit hat Schötz vor seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst noch eine Strategie für die Zukunft mitentwickelt.

Lebensabend „in der Nähe“

Schötz wurde 1958 im Oberhaidelbach im Nürnberger Land geboren und besuchte das Leibniz-Gymnasium in Altdorf, eine inklusive Schule für Schüler mit Behinderungen. „Das hat mich sehr geprägt“, erzählt der Dekan. Im Anschluss studierte er evangelische Theologie in Erlangen und Wien. Während seines Studiums arbeitete er unter anderem auch als Schauffelladerfahrer, „da bewegte ich manchmal 4.000 Tonnen Sand am Tag, um mir ein Zubrot zu verdienen“, erzählt er. Sein Vikariat absolvierte er in Altenfurt und Moorenbrunn bei Nürnberg. 1985 wurde er durch den späteren Landesbischof Hermann von Loewenich ordiniert.

Seinen Lebensabend will Schötz nicht weit vom letzten Einsatzort verbringen. Er wechselt zusammen mit seiner Frau Heidrun nach Rosenberg, „um in der Nähe zu bleiben, der Freunde wegen und auch wegen der drei Enkelkinder“.

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