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FC Bayern: Kolumne „Meine Bayern“: Wer Beckenbauers Erbe antreten wird

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„Meine Bayern“ heißt die Kolumne von SPORT BILD-Reporter-Legende Raimund Hinko, die sich mit dem deutschen Rekordmeister befasst. Hinko begleitet den FC Bayern seit Jahrzehnten.

Lieber Franz Beckenbauer,

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der Fantasie der Karikaturisten sind keine Grenzen gesetzt. Sie zeigen Dich Harfe zupfend – natürlich – im Himmel. Mal mit Pelé, mal mit Johan Cruyff, mal mit Diego Maradona, mal mit der Politlegende Franz Josef Strauß von der CSU. Kaiser Franz auf allen Kanälen.

Wo auch immer Du da oben im Himmel sitzen magst, hoffentlich hattest Du einen Fernseher in der Nähe. Um zu hören und zu sehen, dass 75.000 in der Allianz Arena bei jeder Gelegenheit Deinen Hit gesungen haben. „Gute Freunde kann niemand trennen.“ Aus voller Kehle. Mit Tränen in den Augen und strahlenden Gesichtern. Vor allem, als sich zwei Freunde gleich zweimal herzlich umarmten: der Vorlagen-König Leroy Sané und der zweifache Torschütze Jamal Musiala. Der spielte auf, als wäre er ein kleiner Kaiser, als wolle er Deine Nachfolge antreten, krönte seine Leistung beim 3:0 gegen Hoffenheim mit den Toren eins und zwei.

Nun will ich nicht übertreiben oder Fantasien anheimfallen. Es war die meist eher zurückhaltende „Süddeutsche Zeitung“, die schrieb: „Der strahlende Musiala, als Bruder Feinfuß ja so etwas wie einer von Beckenbauers fußballerischen Erben, trug das passende Gesicht zu dieser Hymne.“

Da mag etwas ganz Großes entstehen neben dem unwiderstehlichen Torjäger Harry Kane und dem schnellen, flinken Sané. Mir war so, lieber Franz, als würde ich Dich wortwörtlich reden hören. „Der Musiala, ähh, der hat keinen Holzfuß. Der kann rechts wie links. Der hat a Hirn. Er benutzt es sogar. Er spielt Fußball. Er hat den richtigen Beruf gewählt.“ Mehr Kompliment aus Deinem Munde geht nicht. Da ist der Weg zum Rekord-Nationalspieler kaum mehr aufzuhalten.

Nun ist Musiala kein Kaiser, davon gibt es nur einen, auch wenn Du uns leider viel zu früh verlassen hast nach schwerer Krankheit. Ja, viel zu früh mit 78. Musiala wird immer irgendwie das „Bambi“ bleiben, wie ihn Thomas Müller getauft hat. Das passt irgendwie zu ihm. Doch auch er holt, wie früher Du, den Fußball aus der miefigen Ecke. Er steht wie Du für die Leichtigkeit dieses mitunter bleischweren, knochenharten Fußball-Spiels. Und hat meist ein Lächeln auf den Lippen. Am wichtigsten ist, dass er Deinen Segen hat, lieber Franz. Wo doch sogar der kühle norddeutsche DAZN-Experte Tim Borowski bei der Vorstellung ins Schwärmen geriet, wie Musiala, sechs Wochen lang noch 20, erst mit 25 zaubern wird.

Quelle: Sportdigital

Ach, lieber Franz, wir wären alle so gern Fußballer. Es hätte ja nicht unbedingt die Berufung zum Profi sein müssen. Ich wäre so gern einfach nur Balljunge gewesen, als Du noch an der Trainerbank gestanden bist. Ja, das hätte schon genügt. Denn oft genug hast Du einem dieser Jungs einen Klaps auf die Schulter gegeben, wenn Deine Mannschaft vergessen hatte, wie Fußball geht. „Willst mitspielen?“, hast Du gesagt. „Lauf rein! Du machst es bestimmt besser.“ Bis heute träumen Jungs davon, mal so zu werden wie Du, der ewige „Franz im Glück“, der sich trotz allem so vieles hat hart erarbeiten müssen.

Gut, dass so manch überschätzter Fußballer ganz weit weg war, wenn Du früher von der Couch aus in der ARD-Sportschau die Bundesliga gesehen hast. Was heißt gesehen. Du hast mitgespielt, geschrien, gejubelt, getobt. „Bist a Brasilianer oder a Holzfuß?“, das war noch die charmanteste Formulierung. Wenn Du „a geh, du Zauberer“, gerufen hast, dann herrschte Gewitterstimmung. Selbst Gerd Müller, der größte aller Torjäger, bekam es um die Ohren: „Dicker, jetzt schieb mal mit deinem Hintern ein paar Gegner weg, damit unsere Zauberer den Weg zum Tor finden.“ Das gab es in zig Variationen.

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Beim Fußball ist der Ton untereinander viel rauer, als die meisten, weit weg vom Rasen, in ihren gemütlichen Sitzen oder Sesseln glauben. Auch zwischen Uli Hoeneß, Paul Breitner und Dir herrschte oft Gewitterstimmung, obwohl ihr im Verlauf der Jahre zusammengewachsen seid wie Pech und Schwefel. Einer wurde zum Fan des anderen. Und was war da zwischen Sepp Maier im Tor und Dir? Als Du mal zwei Eigentore hintereinander geschossen hattest in den beiden letzten Bundesligaspielen. Als der Fußball-Professor Dettmar Cramer in der Mannschaftssitzung gerade dozierte, wer wen zu decken hat, da ist der Sepp aufgestanden und hat gefragt: „Herr Cramer – und wer deckt heute den Franz?“ Da herrschte kurz Schnappatmungs-Stille – ehe das große Gelächter ausbrach. Und Du, Franz, hast sogar mitgelacht. Und hast nie mehr wieder ein Eigentor geschossen.

Auch Du bist nicht immer auf der Sonnenseite des Fußballs gestanden, hast Dir jahrelang im Mittelfeld die Lunge aus dem Leib gerannt, weil Bundestrainer Helmut Schön Deine Bitten/Forderungen überhörte. Dich nicht die gemütlichere Rolle des Liberos spielen ließ, weil ihm der schnörkellose „World-Cup-Willi“ Schulz vom HSV bis zur WM 1970 als Ausputzer genügte.

Da ist, mit Verlaub, „Bambi“ schon ganz schön fortgeschritten. Weil er im Mittelfeld ein Riesenpensum absolviert. Ich glaube sogar, dass die Art, wie Jamal Musiala spielt, dem eines modernen Liberos der Neuzeit entspricht. Also immer frei sein, immer anspielbereit. Immer bereit, die überlasteten Kameraden mit Ballkontrolle zu entlasten, mit Dribblings nicht nur Raum, sondern auch Zeit gewinnen. Musiala muss ja als Dein Erbe kein Kaiser sein. Dazu ist er vielleicht zu schüchtern. Oder täuschen wir uns da vielleicht alle?

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