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Grabstätte im Wald: Im Burren in Biberach die letzte Ruhe finden

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Bestattungsplanung

Lediglich eine Namenstafel am Baum weist darauf hin: hier ruht ein Verstorbener. In Biberach soll in den nächsten Jahren ein Friedwald in Betrieb genommen werden. Verstorbene können dann mitten im Wald bestattet werden – dabei übernimmt die Natur ganz allein die Grabpflege. Die Reaktionen auf das Vorhaben sind durchaus positiv.

Immer öfter hört man vom sogenannten „Friedwald“, bei dem die Asche von Verstorbenen in einer biologisch abbaubaren Urne unter den Bäumen ruht – damit bietet die Stadt Biberach zukünftig eine Alternative zum klassischen Friedhof an. 

Bestattungsplanung

Nachdem sowohl Gemeinderat und Bürger dazu angeregt haben eine Bestattung im Wald zu ermöglichen, nimmt das Projekt jetzt konkrete Züge an: Gemeinsam mit der „Friedwald GmbH“ soll in den kommenden Jahren ein Friedwald im Burrenwald entstehen.

 „Es gibt ein gesellschaftliches Bedürfnis nach Bestattungen im Wald“, sagte der Erste Bürgermeister Ralf Miller bei der Vorberatung im Hauptausschuss. Das Forstamt hat deshalb potenzielle Flächen verglichen und einen rund 50 Hektar großen Bereich im Burrenwald ins Auge gefasst.

Von der ausgewiesenen Fläche würden zunächst nur drei Hektar im Südwesten als Friedwald genutzt werden. Dieser Bereich könne dann sukzessive erweitert werden.

Ganz einfach sei die Umsetzung laut Miller allerdings nicht: So müsse es genügend Parkmöglichkeiten und eine sichere Zufahrt geben. Außerdem müssen Baumbestand und Bodenbeschaffenheit für die Umsetzung geeignet sein. Das ganze Konzept sei allerdings auch „kein starres Gefüge“, so dass man in ein paar Jahren auch wieder Leistungen zurücknehmen könne.

Derzeit ist geplant, dass die Friedwald GmbH den Bestattungswald betreibt, sich um die Vermarktung und den Vertragsschluss mit Privatpersonen sowie Verwaltungstätigkeiten kümmert und darüber hinaus Beratungsleistungen durch einen Friedwald-Förster anbietet. Die Friedwald GmbH betreibt im ganzen Land verteilt bereits erfolgreich 87 Bestattungswälder.

Die Stadt, beziehungsweise das Hospital, würde die Waldfläche zur Verfügung stellen, für die Verkehrssicherung sorgen und den Grundbucheintrag für den Betrieb beantragen. Durch die zahlreichen Genehmigungen die man für die Umsetzung des Projekts braucht, könnte die Inbetriebnahme des Bestattungswalds erst in zwei bis drei Jahren erfolgen.

Teil des Bestattungswalds ist ein Andachtsplatz, an dem Abschied genommen werden kann. Der Platz werde voraussichtlich an der westlichen Kante des Gebiets eingerichtet, da das angrenzende Grünland eine passende Kulisse biete. Es soll Sitzmöglichkeiten und ein Kreuz, allerdings keine Überdachung geben – das würde vorerst ein zu umfangreiches, baurechtliches Verfahren mit sich bringen. 

Der Andachtsplatz könnte dann auch für Bestattungszeremonien genutzt werden – dabei sollen die Hinterblieben entscheiden können, wie die Bestattung erfolgt: durch Kooperationspartner angestellten Friedwald-Förster, den Bestatter oder einen kirchlichen Vertreter.

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Da der Bestattungsort Teil des natürlichen Walds ist, kann herkömmlicher Grabschmuck nicht an den Bäumen abgelegt werden. Auch Kerzen dürfen selbstverständlich nicht aufgestellt werden.

Anstelle von Kerzen und Grabschmuck aus nicht abbaubaren Materialien, könnte man beispielsweise auf Dekorationen aus Holz setzen. (Bild: Imagesines/ iStock / Getty Images Plus)

Eine Bestattung wird rund 450 Euro kosten, dazu kommen variable Liegeplatzkosten ab ca. 900 Euro.  Das aktuell geplante Modell sieht vor, dass die Stadt Biberach und das Hospitz von den 450 Euro Beisetzungsentgelt die Hälfte erhält und an den Grabnutzungsrechten zu 39 Prozent beteiligt werden.

Die Lage der letzten Ruhestätte im Friedwald soll man bereits zu Lebzeiten aussuchen können – mit farbigen Bändern an den Bäumen kann man freie Plätze erkennen. Jede Grabstätte im Friedwald ist dann mit einer Nummer gekennzeichnet und in einem Register, sowohl bei der Kommune als auch bei der Friedwald GmbH, eingetragen. 

Viel Zustimmung gab es von den Fraktionsvertretern. Manfred Wilhelm von den Grünen bedankte sich, dass mit dem Vorhaben ein nun zwei Jahre alter Antrag seiner Fraktion aufgegriffen worden sei. Von einem „zeitgemäßen Ansinnen“ sprach Karen Deibler (Freie Wähler). Die angedachte Kooperation erscheine sinnvoll.

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Rudolf Metzger (SPD) bezeichnete das Vorhaben als „eine den heutigen Bedürfnissen entsprechende Weiterentwicklung unseres Stadtfriedhofs“. Die Grabpflege sei wie von vielen gewünscht deutlich einfacher, wenn das die Natur übernehme. „Warum also nicht aus einem Waldstück einen Gottesacker machen?“ Der geplante Bestattungswald entspreche in etwa dem, was er schon vor 20 Jahren gewollt habe, sagte Hans Beck (CDU). „Damals war die Zeit noch nicht reif dafür.“ Jetzt wäre es seiner Ansicht nach „ausgesprochen ungeschickt, wenn wir das nicht im Burrenwald machen würden“. Er sei froh, dass dieses Thema in Angriff genommen werde.

Auch Ralph Heidenreich (Linke) sagte: „Ich finde es richtig, das zu machen.“ Die Örtlichkeit sei gut gewählt, die notwendige Infrastruktur vorhanden.

Wann genau die Arbeiten für den Friedwald starten ist noch unklar.

(Quelle: Stadt Biberach, friedwald.de)

 

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