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Sparbuch oder Versicherung? Wie Bestattungsvorsorge nicht zu teuer wird

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Bestattungsplanung

Das Thema Tod macht niemandem gute Laune. Und wenn man anfängt, über die Kosten für eine Beerdigung nachzudenken, wünscht man sich schnell, unsterblich zu sein. Doch Ignorieren hilft nicht: Spätestens um den Rentenbeginn herum sollte man sich Gedanken darüber machen, ob und wie man für die Bestattung vorsorgen möchte. Ich habe mir angesehen, welche Varianten sinnvoll sind.

Diese Kolumne stellt die Sicht von Ulrike Sosalla dar. Informieren Sie sich, wie unsere Redaktion mit Meinungen in Texten umgeht.

Bestattungsplanung

Bei Treffen im Verwandtenkreis verändern sich die Themen mit dem Alter derer, die um den Kaffeetisch sitzen. Erst Hochzeitspläne, dann Gespräche über Kinder, dann immer mehr über Krankheiten und dann – ja, so ist das Leben – über Beerdigungen.

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Hitzig diskutiert wird die Frage „Sarg oder Urne?“. Meine Großcousine will sich auf keinen Fall verbrennen lassen, mein Onkel findet eine Bestattung im Friedwald am besten, dem anderen Onkel ist egal, was nach seinem Tod passiert. Obwohl, ganz egal doch nicht, er will auf keinen Fall neben seiner Schwester bestattet werden, mit der er seit Jahren kein Wort gewechselt hat.

Noch hitziger wird es bei der Frage, wer das alles bezahlen soll. Die eigenen Kinder? Der eigene Spargroschen? Ob der dann nicht längst von den Kosten fürs Pflegeheim aufgebraucht ist? Ist eine Sterbegeldversicherung die Lösung?

Das ist mein Einsatz. Denn eine Sterbegeldversicherung ist beileibe nicht die Lösung aller Probleme, als die sie am Kaffeetisch gehandelt wird. Jedenfalls dann nicht, wenn man kühl nachrechnet – was zugegeben nicht ganz einfach ist bei den großen Fragen zwischen Leben und Tod.

Tatsache ist, dass es für alle, die bei Renteneintritt genug Geld auf der hohen Kante haben, um die voraussichtlichen Bestattungskosten daraus zu bezahlen, bessere Lösungen gibt als eine Sterbegeldversicherung. Aber auch wer das Geld (noch) nicht hat, kann mit einem Sparplan besser fahren als mit einer Versicherung. Ich habe die verschiedenen Varianten durchgespielt.

Variante 1: Ich kann meine Bestattungskosten aus dem Ersparten zahlen

In diesem Fall bietet es sich an, das Geld so anzulegen, dass das Sozialamt nicht darauf zugreifen kann, falls Sie pflegebedürftig werden sollten und dadurch irgendwann Sozialhilfe beziehen. Bestattungsvorsorge gehört zum Schonvermögen, das heißt, sie darf nicht angetastet werden – aber nur, wenn das Geld eindeutig für diesen Zweck vorgesehen ist.

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Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder legen Sie das Geld auf einem Bankkonto mit Sperrvermerk an. Eine zuvor bestimmte Person hat nach Ihrem Tod Zugriff aufs Konto. Oder Sie schließen einen Bestattungsvorsorgevertrag mit einem Bestattungsunternehmen.

Dort gibt es zusätzlich Beratung zu den voraussichtlichen Kosten. Das Unternehmen legt das Geld an, bis es gebraucht wird, oder lässt es von einem Treuhänder verwalten. Das kann eine Lösung für jene sein, die ihre Bestattung gern selbst vorab planen möchten, statt Hinterbliebene damit zu belasten. Wie das geht, hat Finanztest hier zusammengestellt.

Variante 2: Ich kann monatlich einen bestimmten Betrag zur Seite legen und rechne damit, noch mindestens zwölf Jahre zu leben

Zugegeben, es ist ein bisschen heikel, die eigene Lebensdauer abzuschätzen – wir sind ja keine Hellseher. Doch ein realistischer Blick hilft in diesem Fall bei der Entscheidung für oder gegen eine Sterbegeldversicherung.

Auch wenn es makaber klingt: Ihren größten Vorteil – die Absicherung der Beerdigungskosten – spielt die Sterbegeldversicherung dann aus, wenn die Versicherten wenige Jahre nach dem Abschluss sterben. Da es sich um eine Risikoversicherung handelt, zahlt sie die Versicherungssumme in der vereinbarten Höhe aus, unabhängig davon, wie viel bis dahin eingezahlt wurde.

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Diesen Vorteil lassen sich die Versicherer allerdings bezahlen: Die Finanztest-Modellkundin etwa, die mit 65 Jahren eine Sterbegeldversicherung über 7.000 Euro abschließt und das vereinbarte Laufzeitende 20 Jahre später noch erlebt, hat insgesamt 11.786 Euro eingezahlt. Ausgezahlt werden garantiert die vereinbarten 7.000 Euro plus einer Überschussbeteiligung, deren Höhe sich nicht vorhersagen lässt. Stirbt die Modellkundin allerdings in den Jahren nach Versicherungsabschluss, hat sie die 7.000 Euro für ihre Bestattung ebenfalls sicher.

Wer das Risiko nicht scheut und davon ausgeht, noch mehr als zehn bis fünfzehn Jahre zu leben, kann selbst ansparen, statt eine Versicherung abzuschließen. Ein Rechenbeispiel: Wer zehn Jahre lang monatlich 50,20 Euro zur Seite legt und mit einem Zinssatz von drei Prozent anlegt, hat am Ende 7.000 Euro zusammen – ganz ohne Nebenkosten.

Übrigens: Ein Teil der Sterbegeldversicherungen wird nie ausgezahlt, weil die Angehörigen gar nicht wissen, dass es so eine Versicherung gibt – und die Police nach dem Tod des Versicherungsnehmers nicht finden.

Und damit komme ich zurück auf die Gespräche am Kaffeetisch: Es mag zwar schwierig und unangenehm sein, über den Tod zu sprechen – innerhalb der Familie sollte man es aber doch versuchen. Und sei es nur, damit man weiß, wo im Fall der Fälle die Versicherungspolice liegt.

Über die Autorin

Ulrike Sosalla ist stellvertretende Chefredakteurin von „Finanztest“ und damit ausgewiesene Fachfrau für Finanzfragen. Das Verbrauchermagazin „Finanztest“ gehört zur Stiftung Warentest, die seit 30 Jahren Finanzdienstleistungen testet. Test.de und „Finanztest“ sind komplett anzeigenfrei und gewährleisten damit absolute Unabhängigkeit gegenüber Banken, Versicherungen und der Industrie. Die Newsletter der Stiftung Warentest können Sie hier abonnieren.

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