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Vorsorge für die Bestattung: Eine Sterbegeldversicherung ist selten sinnvoll

Bestattungen-Info.de kann Ihnen nur eine erste Richtung zum Thema Bestattung geben. Alle Angaben sind ohne Gewähr.
Bestattungsplanung

Wer Geld für seine Bestattung ansparen möchte, kann das mit einer Ster­begeld­versicherung tun. Im Todes­fall bekommen Angehörige die vereinbarte Summe vom Versicherer ausgezahlt. Mit dem Geld können sie die Kosten für eine Beerdigung teils oder ganz bezahlen. Zwischen etwa 2 500 Euro bis weit über 10 000 Euro können dafür anfallen. Die Hinterbliebenen sind verpflichtet, dafür aufzukommen. Die Stiftung Warentest hat Ster­begeld­versicherungen getestet.

Ster­begeld­policen sind Lebens­versicherungen mit kleinen Versicherungs­summen von zum Beispiel 3 000 Euro oder 7 000 Euro. Diese Summe wird nach dem Tod des Kunden an die Hinterbliebenen ausgezahlt – bei Tarifen ohne Warte­zeit auch dann, wenn die Versicherung noch nicht lange bestand.

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Für die Beerdigung mit einer Ster­begeld­versicherung vorzusorgen, empfehlen wir nur sehr einge­schränkt. Viele Kunden zahlen im Laufe der Jahre viel mehr ein, als der Versicherer letzt­lich auszahlt.

Mit unserem Entscheidungsbaum (nach Frei­schaltung verfügbar) können Sie ganz einfach selbst heraus­finden, ob eine Ster­begeld­versicherung für Sie sinn­voll ist.

Unser Test zeigt Konditionen und Monats­beiträge von 31 Ster­begeld­versicherungen von 26 Anbietern für 65-Jährige mit einer Versicherungs­summe von 7 000 Euro: Angebote mit Über­schuss­beteiligung von deutschen Lebens­versicherern – von Allianz über CosmosDirekt bis WGV und von allgemein zugäng­lichen Sterbekassen, wie GE.BE.IN und Vorsorgekasse Hoesch sowie Angebote ohne Über­schuss­beteiligung von ausländischen Risikoträgern wie Aeguron, Dela und November.

Wir nennen fünf Angebote ohne Warte­zeit mit Gesund­heits­prüfung und sofortigem Schutz. Bei 26 Angeboten mit Warte­zeit gibt es die vereinbarte Versicherungs­summe ohne Gesund­heits­fragen, dafür frühestens nach der Lauf­zeit von ein, zwei oder drei Jahren – je nach Versicherer. Verstirbt die versicherte Person vor Ablauf der Warte­zeit, leisten manche Versicherer anteilig.

Wir zeigen, welcher Versicherer flexibel und fair ist, weil er bei Zahlungs­schwierig­keiten eine Beitrags­stundung, -frei­stellung und Reduzierung der Versicherungs­summe gewähr­leistet. Außerdem haben wir kurze Warte­zeiten positiv bewertet. Zudem weisen wir aus, wie nach­haltig Versicherer laut Selbst­auskunft die Beiträge der Kunden am Kapitalmarkt anlegen.

Wenn Sie das Thema frei­schalten, haben Sie Zugriff auf den Heft­artikel aus Finanztest 2/2024 zum Download.

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Angebote für Ster­begeld­versicherungen gibt es in vielen Preisklassen, teils schon ab 5 Euro monatlich. Je älter jemand bei Vertrags­schluss ist, umso höher ist der Beitrag. Die Versicherungs­summe legen Kunden selbst fest, sie liegt oft zwischen 3 000 Euro und 10 000 Euro. Wer heute eine Police mit einer Versicherungs­summe von 3 000 Euro und 20-jähriger Beitrags­zahlung abschließt, zahlt im Schnitt als 65-Jähriger monatlich etwa 20 Euro. Im Test zahlen 65-Jährige für eine Versicherungs­summe von 7 000 Euro bei 20-jähriger Beitrags­zahlung zwischen 39 Euro und 53 Euro monatlich.

Schon vor der Frei­schaltung können Sie sehen, welche Tarife und welche Sterbekassen wir getestet haben.

Aktuell garan­tieren Lebens­versicherer einen Zins von 0,25 Prozent und stellen eine Über­schuss­beteiligung in Aussicht. Im Jahr 2022 betrug die durch­schnitt­liche Gesamt­verzinsung 2,10 Prozent. Bei Sterbekassen unter Aufsicht der Bundes­anstalt der Finanz­dienst­leistungs­aufsicht (Bafin), die Ster­begeld­tarife anbieten, lag im Jahr 2023 der Rechnungs­zins zwischen 0,9 und 4 Prozent. Der Schutz der Police gilt bis ans Lebens­ende, unabhängig davon, ob Kunden ihre Beiträge 10 Jahre, 20 Jahre oder lebens­lang zahlen – je nach Vertrag. Die Verjährungs­frist beträgt in der Regel drei Jahre. Als Nach­weise müssen Hinterbliebene Ster­beurkunde und Versicherungs­schein einreichen.

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Hinterbliebene sind in Deutsch­land verpflichtet, eine Beerdigung zu bezahlen. Vermögens­lose nächste Angehörige können beim zuständigen Sozial­amt eine Kosten­über­nahme beantragen. Bei Verstorbenen ohne Angehörige organisiert das Ordnungs­amt eine einfache Bestattung. Auf Angehörige können weitere Pflichten hinzukommen, etwa die Grabpflege.

Die Bestattungskultur in Deutsch­land verändert sich. Das traditionelle Familien­grab verschwindet. Menschen wählen inzwischen über­wiegend ein Urnen­grab. Andere wollen eine besondere Form der Urnen­bestattung: im Wald oder im Meer. Die Kosten für eine Bestattung hängen stark von den Wünschen ab. Einzuplanen sind:

Kosten des Bestattungs­unter­nehmens für die Durch­führung und Organisation, Ämter, Urkunden und Behördengänge.
Friedhofs­kosten variieren je nach Wohn­ort und Konfessions­zugehörig­keit. Mit Grab kostet eine Urnen­bestattung im Schnitt 3 500 Euro, eine Erdbestattung ab 5 000 Euro. Eine Baum­bestattung kostet etwa ab 3 000 Euro, eine Seebestattung ohne Angehörige ab etwa 2 500 Euro.
Je nach Beiset­zungs­art kommen noch Steinmetz­gebühren oder Grab­schmuck hinzu.

Lese­rinnen und Leser berichten, sie hätten nur durch Zufall erfahren, dass ihre Eltern eine Ster­begeld­police für sich oder auf den Namen der Kinder abge­schlossen haben. Für den damals zwölfjäh­rigen Achim Ruß schlossen die Eltern 1976 eine Ster­begeld­versicherung bei der betrieblichen Sterbekasse der Hoesch Werke AG Dort­mund ab. Anfangs 10 Pfennig, später 1,40 D-Mark zahlten sie monatlich bei lebens­langer Beitrags­zahlung. Der heute 60-jährige Ruß führt den seit knapp 50 Jahre laufenden Vertrag fort und über­weist monatlich 2,16 Euro. Stirbt er, würde seine Ehefrau aktuell rund 3 850 Euro ausgezahlt bekommen.

Erfolgt keine Konto­abbuchung mehr, weil der Vertrag beitrags­frei gestellt wurde, gibt es im Todes­fall vielleicht gar keinen Hinweis auf einen Vertrag. „Es gibt Verträge, die nie von Angehörigen abge­rufen werden“, sagt Marketing­leiter Jan Kratel von der Sterbekasse BVaG aus Bochum. „Hat sich bis zum 105. Geburts­tag des Versicherten niemand gemeldet, forschen wir nach. Erste Anlauf­stelle ist das Einwohnermeldeamt. Bleibt die Suche erfolg­los, wird der Fall drei Jahre zurück­gestellt.“ Danach fließt die Versicherungs­summe zurück in den Bestand.

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Sorgen Sie für Ihre eigene Beerdigung vor? Das fragten wir unsere Lese­rinnen und Leser auf test.de. Die Antworten der 890 Teilnehmenden zeigen: Die meisten haben keine Ster­begeld­versicherung. Wer jedoch für die Beerdigung spart, nutzt dafür oft ein Tages- oder Fest­geld­konto.

© Stiftung Warentest

 

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