Trauerphasen

Die natürlichen Trauerphasen: Einfach erklärt!

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Bestattungsplanung

Einleitung zum Thema: Was sind Trauerphasen?

Wenn ein Angehöriger stirbt, erleiden Hinterbliebene einen großen Verlust. Damit die Trauer erträglicher wird und der Verlust des Verstorben akzeptiert wird, müssen mehrere Trauerphasen durchlebt werden. Wie lange eine jeweilige Trauerphase dauert, ist bei jedem Menschen unabhängig. Es hängt natürlich auch davon ab, wie nah man einem Verstorbenen gestanden hat. Bei den Trauerphasen werden unterschiedlich emotionale Stationen durchlaufen. Menschen, die trauern haben viele Aufgaben zu bewältigen. Sie müssen sich um Beerdigung, Papierkram, Traueranzeigen und viele anderen Aufgaben kümmern. Die Arbeit und die ständige Anwesenheit von näheren Angehörigen lenkt anfangs von den starken Trauergefühlen ab. Oftmals kommt der körperliche und seelische Zusammenbruch erst Tage oder Wochen nach der Beerdigung. Bei der Trauer handelt es sich um keinen gleichbleibenden oder starren Zustand. Die Trauer kann sich ständig ändern und jeder Hinterbliebene durchläuft verschiedene Trauerphasen.

Warum gibt es Trauerphasen?

Zuerst müssen Hinterbliebene erst einmal realisieren, dass der Verstorbene nicht mehr zurückkommt. Sie sind anfangs noch nicht bereit, Abschied zu nehmen. Nach der Beerdigung gibt es immer wieder Phasen, in denen die Emotionen hochkochen. Das kann ein Lied, Film oder Spruch sein, der an den Verstorbenen erinnert. Es kann aber auch passieren, dass man vom Verstorbenen geträumt hat oder man ihn ganz einfach besonders stark vermisst. Durch die Phasen sollen Hinterbliebene Schritt für Schritt wieder in den Alltag gelangen. Natürlich wird der Verstorbene nicht vergessen, aber es ist auch wichtig, dass Hinterbliebene sich nicht blockieren und ihr eigenes Leben nicht vergessen.

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Welche Modelle zu Trauerphasen gibt es?

Es gibt die unterschiedlichsten Modelle der Trauerphasen. Diese werden in vier oder fünf unterschiedliche Trauerphasen unterteilt. Das Durchleben der Trauer ist aber im Prinzip bei allen Trauermodellen gleich. Je nach Verfasser der Trauerphasen werden die Bereiche der einzelnen Phasen nur leicht verschoben. Die Länge und Intensivität der Trauer hängt immer davon ab, wie nah man einer Person stand und wie psychisch labil man selbst ist.

Trauerphasen

Was sind die gängigen Trauerphasen?

Zu den gängigen Trauerphasen gehören Nicht-Wahrhaben-Wollen, aufbrechende Emotionen, Sich-Trennen und Suchen und den inneren Frieden finden. Die erste Trauerphase umfasst die Zeit, die ein Hinterbliebener benötigt, um sich den Tod eines Nahestehenden bewusst zu machen. Anfangs fühlen sich Betroffene sehr hilflos und können den Verlust nicht verstehen. Viele Hinterbliebene fühlen sich ohnmächtig und wissen nicht, wie sie mit der Situation umgehen sollen. Anfangs wird von vielen Angehörigen der Tod komplett verleugnet. Wie lange die erste Trauerphase dauert, kann nicht genau bestimmt werden. Für Trauernde ist es wichtig, dass sie in der ersten Trauerphase begleitet werden. In dieser Trauerphase sind Anteilnahme und Mitgefühl sehr wichtig. Hinterbliebene müssen lernen, sich mit dem Schmerz auseinander zu setzen. Sie sollten sich nicht zu stark von Freunden oder Angehörigen abkapseln.

In der zweiten Phase kommt es beim Trauern zu den unterschiedlichsten Gefühlsausbrüchen. Hierbei handelt es sich um Angst, Zorn, Ruhelosigkeit, Wut und Trauer. Einige Menschen verspüren ein wahres Gefühlschaos. Umso näher man einem Verstorbenen gestanden hat, desto länger und intensiver kann diese Trauerphase sein. Man hat Schuldgefühle, weil man selbst noch lebt, oder es wird ein Schuldiger gesucht. Währender der zweiten Phase ist es sinnvoll, die Aggression und Wut herauszulassen. Dadurch kann verhindert werden, dass man in eine Depression verfällt.
Während der dritten Trauerphase sollte ein Hinterbliebener lernen, sich zu trennen. Viele Betroffene sehen sich während dieser Phase gerne alte Videos oder Fotos an und suchen Orte auf, die man gemeinsam besucht hat. Sie achten auf Gesichtszüge anderer Menschen, die dem Verstorbenen ähnlich sehen. Träume und Phantasien sind während der dritten Trauerphase keine Seltenheit. Die Wirklichkeit zwingt Hinterbliebene damit, sich mit dem Verlust des geliebten Menschen abzufinden. Sie sollten sich nicht von anderen Angehörigen oder vom eigenen Leben abkapseln, sondern aktiv bleiben. An Tagen wie Geburtstage, Hochzeitstage, Valentinstage oder Weihnachten kochen die Emotionen besonders hoch. Während dieser Zeit sollten Menschen Kontakt zu anderen Menschen suchen, um nicht der Trauer zu verfallen. Viele Hinterbliebene halten Zwiegespräche mit dem Verstorbenen vor einem aufgestellten Foto oder auf dem Friedhof. Das kann Balsam für die Seele sein.

Die vierte Phase der Trauerbewältigung befasst sich mit den neuen Welt- und Selbstbild. Wenn ein Hinterbliebener die vierte Trauerphase erreicht hat, hat er bereits viel hinter sich gelassen. Es ist ihm gelungen, den Verlust etwas zu bewältigen, sodass der Verstorbenen zu einem wichtigen Teil des Lebens geworden ist. Alle Lebensmöglichkeiten, die früher gemeinsam durchlebt wurden, werden nun allein bewältigt. Hinterbliebene lernen mit der Zeit, mit der Trauer und dem Verlust des geliebten Menschen positiv umzugehen. Auch wenn ein Verstorbener nicht in Vergessenheit gerät, sind in der vierten Trauerphase Hinterbliebene in der Lage, eine neue Beziehung einzugehen oder sich selbst für neue Perspektiven zu öffnen.

Unterscheiden sich Trauerphasen bei Todesfall und Trennung?

Wenn ein Partner stirbt oder die Ehe vor dem Aus geht, handelt es sich bei den Varianten um einen schweren Verlust. Bei der Trauer handelt es sich um eine spezielle der Form der Anpassung an ein neues Leben, ohne eine geliebte Person. Auch bei einer Trennung kommt es häufig zu einem sozialen Verlust und psychischen Verletzungen. Eine Trennung kann für Personen, die noch an der Partnerschaft festhalten möchten, genauso schmerzhaft sein, wie der Tod der geliebten Person. In beiden Fällen ist Trauerarbeit notwendig und der Betroffene sollte mit seinem Schmerz nicht allein gelassen werden. Damit die Trauerarbeit voranschreitet, sollten positive Emotionen vergangener Erlebnisse aufrechterhalten werden. Während der Tauer können auf der Verhaltensebene Symptome wie Schlafprobleme, Essstörungen, Selbstverletzungen, Depressionen, Betäubungsverhalten durch Alkohol, Drogen oder Medikamente, Hysterie oder Apathie auftreten. Eine Traue kann sich aber auch als Schmerzen, motorische Unruhe, Gedankenleere und Herz-Kreislauf-Störungen zeigen. Betroffene sollten viel über ihren Verlust reden und professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Sie müssen lernen, in Zukunft ihr Leben, ohne den geliebten Partner zu meistern.

Kann eine Trauerhilfe bei der Trauer helfen?

Die Trauerhilfe ist für trauernde Menschen sehr wichtig. Sie benötigen eine starke Stütze, um vom Verstorbenen Abschied zu nehmen. Sie müssen lernen, ein Leben, ohne der Verstorbenen zu führen. Durch eine aktive Trauerhilfe kann der Trauerprozess optimal unterstützt werden. Der Verlust eines geliebten Menschen ist immer sehr schmerzvoll. Vielen Angehörigen hilft es, wenn sich die Betroffenen untereinander stützen und offen über alle Gefühle sprechen dürfen. Zusätzlich sollte eine Trauerhilfe von außen in Anspruch genommen werden. Professionelle Beratungen sind hilfreich, wenn bestimmte Entscheidungen getroffen werden müssen oder die Trauer das eigene Leben zu sehr in Anspruch nimmt.

In welchen Phasen ist eine Trauerhilfe sinnvoll?

Eine Trauerhilfe kann in jeder Trauerphase hilfreich sein. Damit Hinterbliebene von Anfang in ihrer Trauer begleitet und unterstützt werden, sollte ein Trauerbegleiter so früh wie möglich beauftragt werden. Somit kann er den Hinterbliebenen nach dem Tod eines Angehörigen Trost und Halt bieten. Er kann zusammen mit dem Bestattet wichtige Tipps für die Beerdigung und Trauerfeier bieten. Trauerhelfer sind ein wichtiger Ansprechpartner während der Trauerzeit und haben immer ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Hinterbliebenen. Trauerhelfer können neue Wege eröffnen und den Hinterbliebenen dabei helfen, den Tod zu akzeptieren.

Was sind die Grenzen der Trauerhilfe?

Die Trauerhilfe kann Hinterbliebene nur unterstützen. Die unterschiedlichen Phasen der Trauer müssen Hinterbliebene selbst durchleben. Schritt für Schritt müssen sie lernen, den Verlust zu akzeptieren. Auch in der heutigen Zeit gehören Trauer und Tod immer noch zu den großen Tabuthemen. Menschen möchten nicht von der Trauer oder dem Schicksal von anderen Menschen belastet werden. Das hat zur Folge, dass diese ihre Trauer verdrängen. Es kann aber auch sein, dass viele Menschen Trauernden gegenüber einfach hilflos sind und nicht wissen, wie sie den Hinterbliebenen Trost spenden können. Wer trauert sollte aber nicht allein bleiben. Zu diesem Zweck stehen professionelle Trauerbegleter zur Verfügung. Sie können den Hinterbliebenen helfen, die Trauerphasen zu durchleben und ihnen den Umgang mit der Trauer zu erleichtern. Den Schmerz und die Trauer können sie den trauernden Angehörigen eines Verstorbenen aber nicht nehmen.

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Durchleben Tiere auch Trauerphasen?

Viele Tierarten sensibel und fühlen ähnlich wie Menschen. Sie können die unterschiedlichsten Emotionen wie Angst, Freude, Zufriedenheit Wut oder Trauer gut zum Ausdruck bringen. Einige Tiere wie Trauerschwäne trauern so intensiv, wenn ihr geliebter Partner stirbt, dass sie selbst sterben oder krank werden. Hunde reagieren ebenfalls sehr intensiv, wenn ihr menschlicher Partner verstirbt. Das macht sich bemerkbar, in dem der Hund winselt, nichts fressen möchte oder ruhelos umherläuft. Einige Hunde haben auch keine Lust spazieren zu gehen. Herrchen sollten sich daher im Vorfeld Gedanken machen, wem das Tier anvertraut wird, wenn er selbst verstirbt. Sinnvoll sind nahe Angehörige oder Freunde, die mit dem Tier vertraut sind. Durch den Verlust eines geliebten Menschen ändert sich das Leben des Haustieres grundlegend. In der Regel ist dann auch ein Ortswechsel notwendig. Das neue Herrchen sollte sich viel Zeit nehmen, um den Vierbeiner bei seiner Trauer zu unterstützen. Gewohnte Rituale sollten wenn möglich weitergeführt werden, damit sich der Hund oder die Katze gut aufgehoben fühlt.

Wie kann man eine Trauer leichter bewältigen?

Die Bewältigung der Trauer fordert auf allen Ebenen einige Opfer. Die Trauer hat Auswirkungen auf Körper, Seele und Geist. In den meisten Fällen verlaufen die Phasen des Abschiednehmens nur bedingt linear. Daher kann es passieren, dass Trauernde sich über etwas freuen können und Minuten später in Tränen ausbrechen. Das liegt unter anderem daran, dass Hinterbliebenen beim Lachen bewusstwird, dass sie den Verlust langsam akzeptieren. Wechselnde Gefühle sind ein wichtiger Teil der aktiven Trauerbewältigung. Hinterbliebene sollten kein schlechtes Gewissen haben oder sich schämen, wenn es zu starken Gefühlsausbrüchen kommt. Alle ausgelebten Gefühle sorgen dafür, dass die Seele nach einem schweren Verlust heilt. Für Hinterbliebene ist es wichtig, dass sie sich selbst Zeit und Raum für die Trauer geben. Sie müssen einen eigenen Umgang mit dem Trauerschmerz finden. Fällt die Trauer zu schwer, sollte man sich auf jeden Fall professionelle Hilfe holen.

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